Nebenkläger: Waldemar E. tötete seine Frau mit Vorsatz

Landgericht Osnabrück: Beide Ankläger beantragen lebenslange Freiheitsstrafe

Osnabrück (kno) – Nachdem am vorherigen Verhandlungstag im Mordprozess gegen Waldemar E. aus GM-Hütte der Oberstaatsanwalt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Totschlags in einem besonders schweren Fall beantragt hatte, sah der Nebenklageanwalt Dr. Lutz Klose aus Bielefeld in der Tat des 47-jährigen Angeklagten zwei Mordmerkmale verwirklicht

 

. Der Angeklagte habe erstens heimtückisch und zweitens aus niedrigen Beweggründen gehandelt, als er seiner Ehefrau Olga am frühen Morgen des 26.10.2010 vor ihrem Haus auflauerte, um ihr dann nach einem Streit in ihrem Auto auf der Rasenfläche vor dem Haus am Ortsausgang von GM-Hütte die Kehle zu durchschneiden. Der rechtliche Vertreter der beiden Kinder der Getöteten listete 10 Punkte auf, die nach seiner Einschätzung belegen, dass Waldemar E. mit Tötungsvorsatz am Tatort erschienen sei und zielgerichtet seine Tat ausgeführt habe. So habe er das Tatwerkzeug – ein 32,5 cm langes Küchenmesser – mitgebracht, habe Handschuhe getragen und sich vor der Tat versteckt, um nicht vorzeitig entdeckt zu werden. Als seine Frau dann in ihr Auto gestiegen sei, habe er sich auf den Beifahrersitz gesetzt und sie dann körperlich attackiert, worauf Blutspuren hindeuteten. Als sie dann aus der Fahrertür geflohen sei, habe er sie über die Mittelkonsole verfolgt und sie dann neben dem Auto mit mehren Halsschnitten auf „brutalste Weise“ getötet, so Klose. Nach der Tat habe er die Waffe versteckt, seine Kleidung entsorgt und sei durch einen Wald geflüchtet. Dann habe er völlig unaufgeregt seinen Arbeitgeber angerufen und anschließend seine Schwester informiert: „Ich habe Olga umgebracht, nach allem, was sie mir angetan hat.“ Gegenüber der Polizei habe Waldemar E. erklärt, dass er seinem Nebenbuhler auch umbringen würde, wenn er die Gelegenheit bekäme. Aus den Fakten schloss der Nebenklageanwalt, dass aus seiner Sicht keine Affekttat vorliege. Waldemar E. habe für sich ein Besitzrecht an seiner Frau reklamiert: „Ich kann sie nicht mit ihm teilen.“ Als er eine Woche vor der Tat erfahren habe, dass seine Frau sich von ihm endgültig trennen und mit einem anderen Mann eine neue Beziehung führen wolle, habe sich E. durch sein „verletztes Ehrgefühl“ und „in seiner narzisstischen Wut über das Wegbrechen seiner Beziehung“ zu der Bluttat entschlossen. Dr. Lutz Klose beantragte, wie der Oberstaatsanwalt, allerdings wegen Mordes, eine lebenslange Freiheitsstrafe. Der Prozess wird am 14. Juli mit den Plädoyers der Verteidiger fortgesetzt.

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